Welche Security Services braucht Ihr Unternehmen?
Ein Security Operations Center (SOC) als zentrale Einheit für die Detektion und Reaktion bei Cybervorfällen wird zunehmend zur Notwendigkeit – auch vor dem Hintergrund gesetzlicher Anforderungen wie NIS2. Gleichzeitig fehlen IT-Security-Fachkräfte, sodass Unternehmen vor der Frage stehen, ob sie alternativ die Sicherheitsüberwachung einem Managed Security Service Provider (MSSP) überlassen sollten.
Beide Ansätze bieten Vor- und Nachteile: Während ein eigenes SOC maximale Kontrolle und tiefgehende Analysen ermöglicht, kann ein externer Managed Security Service (MSS) den Betrieb vereinfachen und Kosten sparen. Doch welche Lösung passt besser zu Ihrem Unternehmen? Wir haben die wichtigsten Unterschiede für Sie zusammengestellt.
Was ist ein Security Operations Center?
Ein SOC ist die zentrale Einheit für die Überwachung und Abwehr von Cyberbedrohungen in einem Unternehmen und fußt auf drei Säulen: Personen (Analyst:innen, Threat Hunter etc.), Prozesse und Technologie. Es ist rund um die Uhr im Einsatz, um sicherheitsrelevante Ereignisse in Echtzeit zu analysieren, Bedrohungen zu erkennen und auf Vorfälle zu reagieren. Die technische Basis bildet Security-Software wie SIEM (Security Information and Event Management) für die umfassende Analyse sicherheitskritischer Daten sowie verschiedene Security-Tools, zum Beispiel EDR (Endpoint Detection & Response), als Datenquellen.
SOC im Eigenbetrieb
Was sind aber die Gründe, um ein eigenes SOC im Unternehmen zu etablieren? Viele Unternehmen wünschen die vollständige Kontrolle über Sicherheitsprozesse und Daten sowie die Möglichkeit, Abwehrstrategien individuell anzupassen. Zudem kann ein internes Security-Team eine tiefgehende Analyse von Bedrohungen durchführen, wodurch Angriffe möglicherweise schneller erkannt und abgewehrt werden.
Allerdings erfordert der Betrieb eines SOC hohe Investitionen in Personal, Software und Infrastruktur. Zudem müssen alle Gewerke fortlaufend an aktuelle Bedrohungen angepasst werden, was entsprechende Folgekosten bedeutet.
Auf einen Blick: Pro und Contra eigenes SOC
- Maximale Kontrolle über Sicherheitsprozesse und Daten
- Tiefgehende Bedrohungsanalysen durch internes Security-Team
- Individuelle Anpassung an Unternehmensanforderungen
- Hohe Kosten für Personal, Technologie und Infrastruktur
- Fachkräftemangel erschwert den Betrieb
- Komplexe Prozesse, die eine permanente Weiterentwicklung erfordern
Was ist ein Managed Security Service Provider?
Ein Managed Security Service ist eine externe Sicherheitsdienstleistung, bei der Unternehmen ihre IT-Security einem spezialisierten Anbieter überlassen. Der MSSP überwacht sicherheitsrelevante Ereignisse, analysiert Bedrohungen und betreibt zentrale Security-Lösungen wie Firewalls oder Intrusion-Detection-Systeme (IDS). Darüber hinaus gehören regelmäßige Schwachstellenanalysen und Penetrationstests zum Rüstzeug eines MSSP, um potenzielle Angriffspunkte frühzeitig zu identifizieren. In vielen Fällen unterstützt er auch bei der Incident Response.
Managed Security Services flexibel nutzen
Ein MSS kann eine kosteneffiziente Alternative zum eigenen SOC sein, da Unternehmen sich die hohen Investitionen in Personal und Infrastruktur sparen. Durch den MSSP erhalten sie Zugang zu einem Team von Sicherheitsexpert:innen, das rund um die Uhr Bedrohungen überwacht und auf Sicherheitsvorfälle reagiert. Zudem sind diese Services flexibel skalierbar und lassen sich an die individuellen Bedürfnisse eines Unternehmens anpassen.
Vorteile und Nachteile eines MSSP
- Kosteneffizienz: Planbare monatliche Gebühren
- Zugang zu Expertenwissen ohne eigene Security-Abteilung
- Skalierbarkeit: Services lassen sich flexibel erweitern
- Weniger Kontrolle über Sicherheitsstrategien
- Abhängigkeit vom Anbieter und dessen Reaktionszeiten
- Standardisierte Lösungen lassen weniger Raum für individuelle Anpassungen
MSSP vs. Managed SOC: Wo liegt der Unterschied?
Während MSSP eine breite Palette an Sicherheitsdienstleistungen anbieten, geht ein Managed SOC eine Stufe weiter und ist speziell auf die kontinuierliche Bedrohungserkennung und Reaktion auf Sicherheitsvorfälle ausgerichtet. Einige MSSP bieten lediglich standardisierte Schutzmaßnahmen wie Firewall-Management und Schwachstellenanalysen, während die tiefgehende Analyse und Reaktion beim Kunden verbleibt. Managed SOCs können durch die Kombination von SIEM-Technologien mit Bedrohungsanalyse und Incident Response gezielter auf akute Bedrohungen reagieren.
Diese Abgrenzungen sind jedoch nicht in Stein gemeißelt. Es gibt Managed Security Service Provider, die ein Managed SOC als Outsourcing-Lösung für Unternehmen anbieten. Zudem existieren Managed-SOC-Angebote auch bei Cloud-Anbietern wie plusserver, die sich neben der Bereitstellung von Infrastruktur-Services auf deren Absicherung spezialisiert haben. Dazu hat plusserver extra ein Joint Venture mit dem Security-Spezialisten Cosanta GmbH gegründet.
Das Managed SOC wird ensprechend als SOC as a Service bezeichnet, denn analog zu Infrastructure as a Service werden Ressourcen zentral durch den Provider vorgehalten und können von den Kunden nach Bedarf angemietet werden.
Das bedeutet in aller Kürze:
- Viele MSSP bieten breite Sicherheitsdienstleistungen, aber oft weniger tiefe Analyse.
- Einige MSSP stellen ein Managed SOC bereit und bieten eine umfassende Bedrohungserkennung & Incident Response.
- Ein SOC as a Service ist vergleichbar mit einem Managed SOC und bietet eine flexible Alternative zum eigenen SOC.
Welche Lösung passt zu Ihnen?
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